Mediziner der Rechbergklinik informiert Abiturienten des ESG über Organspendeausweis
„Für Jugendliche ist Organspende immer ganz weit weg und dennoch passiert es gleich um die Ecke.“ Mit diesen Worten begann Dr. Hansjörg Wegener, Facharzt für Anästhesiologie und Transplantationsbeauftragter der Rechbergklinik Bretten, seinem Vortrag über Organspenden und brachte die diesjährigen Abiturienten des Edith-Stein-Gymnasiums (ESG) am vergangenen Donnerstag, den 12.01.2012, im Rahmen des Studium Generale zum Nachdenken. Auf Grund der geplanten Gesetzesänderung, die vorsieht junge Bürger regelmäßig nach ihrer Bereitschaft zur Organspende zu befragen, war es Dr. Wegeners Ziel, die Schüler des Abiturjahrgangs schon frühzeitig über das Thema zu informieren und dafür zu sensibilisieren, damit sie in der Lage sind, eine wohlüberlegte persönliche Entscheidung treffen können, wenn sie demnächst gefragt werden, wie sie zum Organspendeausweis stehen. |
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| Laut Dr. Wegener erklärten sich zwar 80% der Menschen grundsätzlich dazu bereit, ihre Organe nach dem Tod zu spenden, doch besitzen nur 20% von ihnen tatsächlich einen Organspendeausweis. Auch viele der Abiturienten haben sich noch keine Gedanken darüber gemacht, dass mit einem Organspendeausweis Leben gerettet werden kann. Die Bereitschaft, sich auch tatsächlich als Organspender zur Verfügung zu stellen, ist jedoch gesunken, obwohl nach wie vor ein hoher Bedarf an Organen besteht. So hätten beispielsweise im vergangenen Jahr 8000 Nieren transplantiert werden müssen, dagegen standen aber nur 3000 Spendernieren zur Verfügung. Dr. Wegener war es wichtig, dass sein Vortrag nicht als Werbeveranstaltung begriffen wird, sondern als Informationsveranstaltung eines Arztes, der aus seiner Berufspraxis heraus mit dem Thema der Organspende konfrontiert ist. So konnte er den Abiturienten die verschiedenen Aspekte der Organtransplantation aus juristischer, medizinischer und praktischer Perspektive aufzeigen und so eine fundierte Entscheidungsgrundlage für dieses schwierige Thema schaffen. |
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| Mit seinem auch rhetorisch gelungenen Vortrag stieß er auf großes Interesse bei den anwesenden Schülern. „Ich habe mir vorher noch keine Gedanken zu diesem Thema gemacht. Doch jeden Tag kann etwas passieren und es würde mir helfen zu wissen, dass nach meinem Tod andere Menschen die Chance erhalten weiterzuleben“, äußerte sich eine Abiturientin. Außerdem wurde es den Jugendlichen bewusst, wie schnell man selbst in eine Situation kommen kann, in der man auf die Spende eines Organs angewiesen ist. Dr. Wegener machte deutlich, dass die Entscheidung für oder gegen eine Organspende erst nach reiflicher Überlegung getroffen und auf jeden Fall auch mit den nächsten Angehörigen abgesprochen werden sollte. Denn gerade für sie ist es ein schwerer Schritt, den geliebten Menschen loszulassen und der Organentnahme zuzustimmen. Diese Angehörigengespräche zu führen sei niemals leicht, meinte Dr. Wegener, und er könne das auch nur, weil er sicher weiß, dass alles getan wurde, um das Leben des Patienten zu retten. Eine Organtransplantation sei für alle Beteiligten nicht einfach, weder für die Angehörigen des Spenders, noch für den Empfänger und dessen Angehörige, aber auch nicht für die Ärzte und das medizinische Personal. Daher habe er selbst großen Respekt vor denjenigen, die sich für eine Organspende entscheiden. |
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Wie wichtig das Thema auch für die Abiturienten war, zeigten die zahlreichen Fragen ganz unterschiedlicher Art, die nach dem Vortrag gestellt und von Dr. Wegener ausführlich beantwortet wurden. So war es möglich, aus der Erfahrung eines Arztes Informationen zur Organspende zu erhalten, aber auch alle Fragen und Sorgen loszuwerden. „Für mich war es wichtig zu erfahren, dass auch wenn man einen Organspendeausweis besitzt, zunächst einmal alles getan wird, um das eigene Leben zu retten“, erklärte ein Schüler. „Das hat mir einen Teil meiner Sorgen vor einer Organspende genommen“.
Aufgrund der hohen Bedeutung, die die Frage nach einem Organspendeausweis gerade für jungen Erwachsenen haben wird, ist geplant, die Veranstaltung jährlich für den Abiturjahrgang zu wiederholen, um es so auch zukünftigen Schülergenerationen zu ermöglichen, sich eine eigene Meinung zu einem Thema zu bilden, mit dem man sich zwar nicht gerne auseinandersetzt, das einen aber jederzeit selbst betreffen kann. Vielleicht führt die stärkere Aufklärung auch dazu, dass weitere Leben gerettet werden können.
Anja Lafferton und Jacqueline Gans (Schülerinnen der Jahrgangsstufe 2)
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