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Das Konzentrationslager (KZ)
 
von Patrick Treffinger und Jens Wahl
 

Der Begriff Konzentrationslager bezeichnet verschiedene Formen von Gefangenenlagern (z.B. Arbeits- oder Vernichtungslager). Er wird im Deutschen meist mit „KZ“ abgekürzt und seit der Zeit des Nationalsozialismus mit den Vernichtungslagern des NS-Regimes assoziiert. Man verbindet den Begriff auch mit der gezielten staatlichen Verfolgung und Ermordung von Andersdenkenden und anderweitig gesellschaftlich Ausgegrenzten, insbesondere mit der Verfolgung der europäischen Juden und dem Holocaust. Woher das Kürzel stammt, ist unklar; daneben gab es damals auch die häufig verwendete Abkürzung „KL“. Man vermutet, dass SS-Wachmannschaften „KZ“ wegen seines härteren Klanges bevorzugten.

Definition: Konzentrationslager

Ein Konzentrationslager ist eine Einrichtung, um politische Gegner oder missliebige Menschen aus ethnischen, religiösen oder sozialen Gruppen festzuhalten und zu isolieren. Dies geschieht meistens auf unbestimmte Zeit durch bürokratische, administrative Verwaltungsakte, ohne Gerichtsurteil und ohne die Möglichkeit einer Rechtsvertretung, Verteidigung oder gar des Widerspruchs und der Haftprüfung.
In Arbeitslagern müssen die Insassen zudem Zwangsarbeit verrichten.
In Vernichtungslagern, zu denen viele deutsche Konzentrationslager zählten, werden sie gezielt ermordet oder kommen durch menschenunwürdige Haftbedingungen, Krankheit, Unterernährung, Erschöpfung, Hitze oder Kälte ums Leben. Zu den Vorgehensmethoden zählen drastische Bestrafungen, Folter und willkürliche Hinrichtungen. In den Konzentrationslagern des Nationalsozialismus verfolgte man das Programm der „Vernichtung durch Arbeit“.
Ein Internierungslager dient der Kontrolle über politische Gegner oder als politisch unzuverlässig geltende Bevölkerungsgruppen.
Ein Kriegsgefangenenlager hat den Zweck der Unterbringung gefangener Soldaten gegnerischer Streitkräfte.

Historische Entwicklung

Phase 1 (1934-1936):

Während der ersten Phase in den frühen Jahren der NS-Diktatur begann man überall in Deutschland damit, Lager aufzubauen. Diese Lager ähnelten allerdings mehr Gefängnissen, die dazu da waren, die politischen Gegner des NS-Regimes einzusperren. In dieser ersten Phase der Konzentrationslager waren ca. 26.000 Menschen inhaftiert, die der Willkür ihrer „Bewacher“ ausgesetzt waren. Man kann sie als eine Art Vorbereitung auf das sehen, was später kam.

Phase 2 (1936-1938):

In der zweiten Phase wurde der Bau von Lagern vorangetrieben. Der Grund dafür waren u.a. die steigenden Häftlingszahlen. Es veränderte sich aber auch die Zusammensetzung der Häftlinge. Während in der ersten Phase noch hauptsächlich politische Gegner des Regimes inhaftiert waren, wurde in der zweiten Phase damit begonnen, diejenigen zu inhaftieren, die nicht dem nationalsozialistischen Bild entsprachen. Das waren vor allem „Asoziale“, Kriminelle und „Arbeitsscheue“ sowie alle anderen „Unnormalen“. Es wurde also versucht, die Menschen aus dem Weg zu schaffen, die in den Augen der Nationalsozialisten den Wert des deutschen Volkes minderten. In der zweiten Phase wurden auch die Konzentrationslager Sachsenhausen und Buchenwald gebaut, die schon ein Zeichen des drohenden Krieges und damit verbundenen steigenden Häftlingszahlen waren. Nach der „Reichskristallnacht“ im
November 1938 begann man verstärkt, Juden in Konzentrationslagern zu inhaftieren. Dies führte zu einer Überfüllung und aufgrund dessen wurde es notwendig, weitere Konzentrationslager zu errichten.

Phase 3 (1938-1942):

Zur weiteren Entwicklung der Konzentrationslager in der dritten Phase trugen mehrere Punkte bei. Die Häftlingszahlen stiegen rapide an und verdoppelten sich binnen kürzester Zeit. Diesem Anstieg der Häftlingszahlen war eine Inhaftierungswelle in Deutschland vorausgegangen. Außerdem veränderte sich wieder die Zusammensetzung der Häftlinge. Sie setzten sich mit Beginn des Krieges vor allem aus Menschen der von Deutschland eroberten Gebiete zusammen, das waren vor allem Polen, Franzosen, Tschechen, Jugoslawen, Holländer und Belgier. Unter diesen Häftlingen waren viele Juden und Zigeuner. In den eroberten Gebieten wurden auch viele neue Lager errichtet und aufgrund dessen waren bald mehr Häftlinge in diesen Lagern eingesperrt als im Reichsgebiet selbst. Mit Beginn der dritten Phase wurden die Konzentrationslager außerdem in drei Kategorien eingeteilt, welche die Härte der Behandlung und die Lebensbedingungen der Häftlinge anzeigten. Die Todeszahlen in der dritten Phase stiegen daraufhin enorm.

Phase 4 (1942-1945):

Die letzte Phase war vor allem durch die massive Judenverfolgung und durch den Krieg gegen Russland gekennzeichnet. Die Häftlinge wurden nun vor allem für die Verlagerung von Waffenfabriken in unterirdische Anlagen benötigt. Ungefähr 2,5 bis 3 Millionen Menschen waren in dieser Zeit in den Konzentrationslagern eingesperrt. Die meisten davon starben in den Gaskammern, wurden erschossen, erlagen den unmenschlichen Verhältnissen, starben aufgrund der harten Arbeitseinsätze und Krankheiten oder bei medizinischen Versuchen, die an ihnen durchgeführt wurden.

Organisation

Insgesamt gab es 23 KZ-Stammlager, die selbstständig waren und denen weit über 1000 Außenlager als „Außenkommandos“ organisatorisch unterstellt waren.
Waren die Häftlinge als Arbeitskräfte nicht mehr einsetzbar, wurden sie umgebracht oder in eines der Vernichtungslager transportiert. Diesem System waren Durchgangs- und Sammellager vorgeschaltet.


Konzentrationslager im Dritten Reich

Die in der Zeit des Nationalsozialismus etablierten Konzentrationslager sind weltweit am bekanntesten. Man schätzt heute, dass ca. zwei Drittel der sechs Millionen Juden, die dem Holocaust zum Opfer fielen, in den Lagern des Dritten Reichs direkt ermordet worden oder dort an Folgen von Misshandlungen und Krankheiten gestorben sind. Es wurden aber auch andere Menschen ermordet: Homosexuelle, geistig Behinderte, sogenannte Asoziale und viele mehr.

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