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NwT-Gruppe der Klasse 9a zu Besuch bei Lafarge

 

Am 22. März 2011 besuchten wir das Zementwerk Lafarge in Wössingen. Im Laufe der 3. Stunde machten wir uns mit der Straßenbahn auf den Weg.

Als wir bei Lafarge ankamen, wurden wir herzlich vom Sicherheitsbeauftragten des Zementwerkes begrüßt, welcher die komplette Führung durchs Zementwerk übernahm.

Zunächst wurde uns in der Kantine von Lafarge ein kleiner Imbiss bereitgestellt, welchen wir natürlich dankend annahmen.

Parallel dazu wurde uns eine Präsentation gezeigt, die uns über Lafarge allgemein in Deutschland, über den Zement und die verschiedenen Zementarten informierte.

Frisch gestärkt zogen wir dann los und besichtigten zuerst den hinteren Bereich des Werks, der zum anliegenden Werkssteinbruch führt.

Natürlich mussten wir uns davor spezielle Schutzkleidung anziehen – diese bestand aus einem Helm, einer Schutzbrille und einer Warnweste.
Anschließend zeigte uns der Mitarbeiter die einzelnen Zusatzstoffe im Zement, wie zum Beispiel Sand oder Kies sowie die Brennstoffe zur Ofenbefeuerung.



Im Anschluss schauten wir uns die Mühle an, welche Kalksteine mit über einem Meter Durchmesser zu Pulver mit einer Korngröße wie Haushaltsmehl zerkleinert.

 

Danach besichtigten wir das wohl größte Highlight des ganzen Ausflugs, den 107 m hohen Vorwärmerturm von Lafarge.
Bekannt ist er uns allen, denn wenn wir im Winter in Wössingen sind oder daran vorbeifahren, können wir auf dem Turm den beleuchteten Tannenbaum aus Metall sehen.

Die größte Strecke des Turms legten wir mit einem Aufzug zurück, jedoch mussten wir die letzten Meter zu Fuß überwinden. Dies wurde für einige von uns zu einer echten Mutprobe, da man von der außen angebrachten Stahlgittertreppe über 100 Meter in die Tiefe blickte.
Als wir dann jedoch die oberste Etage des Turmes erreichten, genossen wir alle die gigantische Aussicht über Wössingen und die anliegenden Dörfer (bei klarer Sicht angeblich bis zum Schwarzwald).

 


Wieder sicher unten angekommen schauten wir uns den riesigen, fast waagrecht liegenden Drehrohrofen des Zementwerks an (3,8m Durchmesser, 60m Länge), welcher mit Hackschnitzel aus Autoreifen und Plastikabfall, Petrolkoks, Photowasser (ausgedienter Entwickler aus der Fotoindustrie) und Tiermehl aus der Tierfutterindustrie befeuert wird.



Diese Materialien werden durch Erhitzung verflüssigt und durch die Düse des Gebläsebrenners in den Ofen eingespritzt, welcher für eine Temperatur von 1800°C innerhalb des Ofens sorgt (Heizleistung 35 MW).



Die Abgasreinigung erfolgt durch eine spezielle Oberflächenfilteranlage mit Mikrostrukturschläuchen aus Nadelfilzen, welche dazu in der Lage ist (im Gegensatz zu Elektrofiltern), Staubpartikel sowie die daran anhaftenden Dioxine und Furane aus dem Abgasstrom mit einem Wirkungsgrad von etwa 99% zu filtrieren. Die grobe Staubreinigung erfolgt durch einen Gaswäscher. Stickoxide werden durch das SCR-Verfahren mittels Eindüsung von Ammoniak aus Harnstoffen in den Rauchgasstrom (bei Temperaturen von über 350°C zur Vermeidung von Ammoniaksalzbildung) katalysiert und unschädlich gemacht. Als wir daran vorbei liefen, wurde es uns allen ziemlich heiß und wir haben gemerkt, welche Wärme solch ein großer Ofen ausstrahlen kann.




Zuletzt besichtigten wir die Silos, an welchen die Lastwagen den Zement holen und liefen dabei an den Mühlen vorbei, welche den Klinker letztendlich zum feinen Zementpulver zerkleinern (verschiedene Mühlen je Klinkersorte).

Nach einer sehr spannenden und gut gelungenen Führung machten wir uns drei Stunden später wieder auf den Heimweg zur Schule.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Lafarge für die tolle Führung!

Die NwT-Gruppe der Klasse 9a.

 

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