Vive la langue française!
Das France Mobil zu Gast am ESG
„ Französisch ist sooooo eine schwierige Sprache “, tönt es bisweilen aus maulenden Mündern. „Die Grammatik so kompliziert, die Aussprache so heikel!“
Nicht nur Französischlehrer/innen schlackern (bisweilen verzweifelt) mit den Ohren, angesichts solch beständiger Vorurteile gegenüber einer der schönsten Sprachen der Welt.
Seit nunmehr fast zehn Jahren sind sie damit nicht mehr allein:
Im Auftrag des Institut Français und der französischen Botschaft haben es sich junge Französinnen und Franzosen zur Aufgabe gemacht, deutschen Schülern Frankreich und die französische Sprache spielerisch näher zu bringen.
Mit jeder Menge motivierender Aktivitäten, Zeitschriften und Musik im Gepäck reisen die France Mobil-Referenten mit ihren Renault Kangoos durch Deutschland und besuchen Schulen.
Einer von ihnen ist Julien Berteraut, der am Mittwoch, den 9. November 2011, schwer beladen das Lehrerzimmer des ESG betritt.
Schon eine halbe Stunde später wird klar, wozu der junge Mann die schwere Kiste benötigt: Sie birgt Karten, CDs, Stifte, Plakate, einen Plüschfrosch (François!) und Infomaterial für die neunzig 7.- und 10.Klässler/innen, die an diesem Tag in der Aula des ESG eine Kostprobe des von Berteraut zusammengestellten Programms genießen dürfen.
Obwohl er ausschließlich Französisch spricht ( „Können Sie wirklich gar kein Deutsch?“ – „Non!“ ) , haben die 7er keinerlei Schwierigkeiten den aparten Nordfranzosen zu verstehen. Die Vorstellungsrunde wird prompt zum Spiel mit Musik erklärt, landeskundliche Kenntnisse werden per Wettstreit erfragt, indem zwei Gruppen gegeneinander antreten und in einer Art Staffellauf so viele französische Städtenamen wie möglich an die Tafel schreiben. Viel Freude macht den Kindern zudem die Suche nach lustigen Gruppennamen, so dass plötzlich – von Lehrern längst vergessen geglaubtes – Vokabular aus zurückliegenden Lektionen wieder hervorgeholt und angewandt wird. So entstehen kreative Bezeichnungen wie „les poubelles“ oder „les je-ne-sais-pas“.
Besonders motivierend ist eine Aktivität, bei der die Schülerinnen und Schüler französische Wörter aus Jugendzeitschriften heraussuchen müssen, deren Bedeutung sie sich aus dem Deutschen herleiten können. Solche Übungen geben den 7.-Klässlern das Gefühl, über viel mehr Französischkenntnisse zu verfügen, als sie selbst oft glauben.
Doch auch für die Großen hat Julien Berteraut abwechslungsreiche und altersgemäße Lernspiele in petto.
Passend abgestimmt auf das Thema Francophonie, lässt Monsieur die Jugendlichen Länder, in denen Französisch Mutter- oder Amtssprache ist, sammeln. Dass im Eifer des Gefechts auch einmal Rechtschreibfehler passieren, quittiert der sympathische Franzose mit einem Lächeln und die Schülerinnen und Schüler nehmen es ihm nicht übel, wenn er „Taliban“ dann doch nicht als Land gelten lassen kann.
Auch musikalisch entführt Berteraut die 10.-Klässler an verschiedene Orte der Erde, an denen Französisch gesprochen wird. Aktuelle französischsprachige Musikgruppen müssen erraten und die Titel den Chansons zugeordnet werden.
Dass an diesem 9. November 2011 sogar zwei Lateinschülerinnen den Weg in die Aula des ESG gefunden haben, sich auf Französisch vorstellen konnten und mit sichtlicher Freude für ihr Team gekämpft haben, ist nur ein Indiz dafür, dass es Monsieur Berteraut und dem France Mobil gelungen ist, viele Herzen für die französische Sprache und Kultur zu gewinnen.
Merci beaucoup et à bientôt !
C. Belec