Natur und Architektur – ein Balanceakt
Workshop Bildende Kunst 2011
durchgeführt in der Landesakademie für Schulkunst und Theater Schloss Rotenfels
In dem Film „Immer auf Zehenspitzen, bereit zum Angriff“ – einem Portrait des japanischen Architekten Tadao Andos aus dem Jahre 1990 - beschreibt dieser, wie er sich die Architektur der Zukunft vorstellt: „In unserer Generation ist – vor allem im Westen – der Fortschritt der Technologie so beherrschend, dass die Architektur fast ganz von ihm bestimmt wird. Ich glaube, dass in der nächsten Generation die Natur genauso wichtig sein wird.“
Das war vor 21 Jahren. Fast eine Generation später, machten sich 13 Schülerinnen und zwei Schüler der Jahrgangsstufe 1 auf, um Andos Anliegen – im Modell – umzusetzen. Vom 11. bis zum 13. April 2011 hatten sie die Möglichkeit, in den Räumen der Landesakademie für Schulkunst und –theater ein skulpturales Architekturmodell aus Ton zu modellieren, das sich eng auf vorgefundene Naturformen bezieht und mit ihnen eine Symbiose eingeht.
Bereits im Vorfeld begegnete der Neigungskurs im Unterricht Andos Architektur, die selbst ein Beispiel für solch eine Verbindung darstellt. Herausgearbeitet wurde dabei vor allem Andos Streben, das architektonische Erbe des Westens mit der traditionellen japanischen Bauweise zu verbinden. Letztere tritt stets in einen engen Dialog mit der umgebenden Natur z.B. durch flexible Schiebewände, die variable Ausblicke in den Garten freigeben und die lediglich mit licht- und luftdurchlässigem Shoji-Papier bespannt sind.
Auch die Anlage der Landesakademie Schloss Rotenfels selbst stellt eine gelungene Verbindung von Natur und Architektur dar: der ehemalige Landsitz eines badischen Markgrafen umfasst eine parkähnliche Anlage, die direkt an ein Waldgebiet grenzt. |